Für die Verkehrswende sind E-Bikes wichtiger als E-Autos

Wir wollen die Klimakrise in den Griff bekommen und unsere Städte lebenswerter machen, dafür brauchen wir eine Verkehrswende. Die Transformation unserer Mobilität teilt sich in drei große Bereiche, die in dieser Reihenfolge angepackt werden sollten:

1. Verkehr vermeiden
2. Verkehr verlagern
3. Verkehr verbessern.

Klar ist: Alle Autos auf Elektroantrieb umzustellen wird nicht reichen.

Verkehrswende in drei Schritten: Vermeiden, Verbessern, Verlagern

„Aktuell sind wir autozentriert. Entweder wir haben einen Führerschein und fahren selbst Auto, oder wir fahren mit“, sagt Katja Diehl, Mobilitätsexpertin und Vorstandsmitglied beim Verkehrsklub Deutschland (VCD). Sie ist davon überzeugt:

„Wenn wir Mobilität verändern wollen, wenn wir wirklich weniger Autos haben wollen – und das ist das Ziel der Mobilitätswende – dann brauchen wir weitaus mehr als neue technische Lösungen. Mobilität ist nichts ausschließlich Technisches. Wir brauchen Verhaltensänderung.“ (Quelle: bikecitizens.net)

Technische Lösungen gehören zum letzten Punkt der Verkehrstransformation, dem „Verbessern“. Viel wichtiger sind aber die beiden Punkte „Verlagern“ und „Vermeiden“. Hier kommen Fahrräder und E-Bikes ins Spiel.

Verlagern: Vom Auto aufs Fahrrad

Meistens sitzt in einem kinderzimmergroßen Auto nur eine Person. Auch Elektroautos haben aus dieser Perspektive pro Person einen hohen Verbrauch an Ressourcen, Energie und Platz. Mehr dazu steht in unserem Blogbeitrag Gewicht und Ressourcen von Fahrzeugen.

Fahrräder und E-Bikes können Autos auf vielen Strecken ersetzen und das hätte nicht nur Vorteile für den Planeten. Sie kosten weniger Geld und man spart sich die Parkplatzsuche. Es ist also nicht verwunderlich, dass sich fast zwei Drittel der regelmäßigen Pkw-NutzerInnen vorstellen können, künftig das Fahrrad stärker zu nutzen. Das geht aus einer Studie der deutschen Förderbank KFW hervor. Unabhängig von der Stadtgröße wäre eine bessere Fahrrad-Infrastruktur für alle Befragten der wichtigste Anreiz für einen Umstieg vom Auto aufs Fahrrad. Darüber hinaus gäbe es weitere Möglichkeiten, Fahrräder und E-Bikes zu fördern.

Fahrräder fördern und CO² einsparen

“Von den 60 Maßnahmen, die wir in diesem Bericht bewertet haben, leistet auf individueller Ebene der Umstieg auf das Gehen und Radfahren sowie die Nutzung elektrifizierter Verkehrsmittel den größten Beitrag”, sagte Diana Ürge-Vorsatz, die stellvertretende Vorsitzende des neuen IPCC-Berichts. Bisher machen Elektroautos nur einen sehr geringen Prozentsatz aus und die Elektrifizierung von Autos wird noch Jahrzehnte dauern. Auf das Fahrrad können wir schon heute umsteigen und damit sofort eine Menge CO² einsparen. E-Bikes erleichtern uns diesen Schritt.

Laut einer Studie der FahrradaktivistInnen von Bike is Best würden Subventionen für E-Bikes den Umstieg noch leichter machen. “67 % der Briten, die sich für den Kauf eines E-Bikes interessieren könnten, werden durch den Preis abgeschreckt. Aber von diesen, so die Umfrage, würden 53 % wahrscheinlich eines kaufen, wenn es eine hypothetische Subvention von 250 Pfund für ein 1.000-Pfund-Modell gäbe.” Scott Purchas von Bike is Best sagt:

“Die Zukunft ist elektrisch, aber nicht so, wie die Leute vielleicht denken. Dieser neue Bericht zeigt jedoch die erheblichen Vorteile von Elektrofahrrädern und wie wichtig sie für die rasche Dekarbonisierung des Verkehrs, die Verbesserung unserer Gesundheit und die gleichzeitige Reinigung der Luft sind.” (Quelle: TheGuardian) Für Scott Purchas steht fest: Elektroautos können die Erde nicht retten, aber Fahrräder schon.

Fazit: E-Bikes sind ein wichtiger Teil der Verkehrswende

Vermeidbarer Verkehr sollte vermieden werden. Zum Beispiel durch Homeoffice und Videokonferenzen, darin haben wir seit COVID19 alle ausreichend Erfahrung gesammelt. Wo physische Mobilität unvermeidbar ist, können wir versuchen, vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen und gleichzeitig bringen wir die Elektrifizierung aller anderen Fahrzeuge voran. Nur so werden wir die Klimaziele im Verkehrssektor noch erreichen.

Batteriebetriebene Autos sind bereits auf dem Vormarsch. Es gibt immer mehr von ihnen und sie werden durch staatliche Subventionen finanziell attraktiver gemacht, aber sie sind immer noch teurer als benzinbetriebene Autos. Außerdem benötigen sie viel mehr Ressourcen und Energie als Fahrräder und es wird Jahrzehnte dauern, bis der letzte Verbrenner aus dem Verkehr gezogen wird. Fahrräder hingegen sind schon heute für den Planeten eine weitaus bessere Transportalternative als jedes Auto, egal ob es benzin- oder batteriebetrieben ist.

Um den Umstieg aufs Fahrrad zu erleichtern, wäre eine staatliche Förderung von E-Bikes eine wirkungsvolle Maßnahme. Dadurch könnten Lärm und Abgase reduziert werden. E-Bikes sind wichtiger für die Verkehrswende als E-Autos, denn sie brauchen weniger Platz, Ressourcen und Energie.

Wie unser FRIKAR Podbike beweist, kann ein E-Bike in vielen Situationen bereits heute das Auto ersetzen. Sogar wenn es regnet.

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