Wie nachhaltig ist Radfahren mit dem E-Bike?

Fahrradfahren gilt schon lange als gesund und umweltfreundlich. Das Einzige, was hier verbrannt wird, sind Kalorien. Auch der CO²-Ausstoß bei der Herstellung eines Fahrrads hält sich in Grenzen. Doch wie nachhaltig ist ein E-Bike oder Pedelec? Hier kommen schließlich zusätzliche Materialien für den Akku und den Elektromotor zum Einsatz. Zum Beispiel seltene Erden, Lithium und Kobalt. Es liegt nahe, dass sich dadurch die Klimabilanz verschlechtert, doch das ist zu kurz gedacht. E-Bikes können sogar einen geringeren CO²-Fußabdruck haben als Fahrräder ohne Akku und Motor. Wie das sein kann, erklären wir anhand der folgenden vier Fragen.

1. Welche Emissionen entstehen bei der Herstellung eines Fahrrads?

Etwa ein Viertel der Treibhausgasemissionen eines Fahrrads entstehen bei der Herstellung. Dabei spielt die Wahl der Materialien eine wichtige Rolle. Die Produktion von Stahl emittiert laut der World Steel Association durchschnittlich 1,9 Kilogramm Treibhausgase (CO2, Methan, N20 etc.). Bei Aluminium liegt der Wert fast zehn Mal so hoch (18 Kilogramm), außer es wurde recycelt (5 Kilogramm). Nachdem die Menge der freigesetzten Treibhausgase stark von den verwendeten Materialien abhängt und jedes Fahrrad unterschiedlich ist, nehmen wir einen Durchschnittswert. Die European Cyclists’ Federation (ECF) gibt dafür 96 Kilogramm pro Fahrrad an. Bei einem E-Bike geht die ECF von durchschnittlich 134 Kilogramm Treibhausgase aus. Diese Werte können wir durch die durchschnittliche Anzahl der Kilometer teilen, die das Fahrrad zwischen Herstellung und Entsorgung zurücklegt. Bei einem E-Bike kommen die Emissionen für den Strom dazu und auch hier variieren die Werte je nach Stromverbrauch und Stromquelle (erneuerbar oder fossil). Selbst im schlechtesten Fall ist die Herstellung nicht der entscheidende Faktor. Einen deutlich größeren Anteil am Treibhausgasausstoß pro Kilometer hat die Ernährung der Radfahrenden.

2. Wie ernährt sich der Radfahrende?

Etwa drei Viertel der Treibhausgasemissionen des Radfahrens entstehen bei der Herstellung der zusätzlichen Lebensmittel, die für den “Treibstoff” des Radfahrenden benötigt werden. Hier hat das E-Bike einen entscheidenden Vorteil, denn dank der elektrischen Unterstützung verbrennen die Fahrenden weniger Kalorien und die Ernährung fällt nicht mehr so stark ins Gewicht.

Emissionen entstehen nämlich nicht nur bei der Herstellung des E-Bikes, sondern auch bei den Lebensmitteln, die den Radfahrenden die nötige Energie zum Fahren geben. Um das in Relation zu setzen, rechnet man, wie viele zusätzliche Kalorien für jeden Kilometer Radfahren benötigt werden, und multipliziert das mit den durchschnittlichen Emissionen aus der Lebensmittelproduktion pro Kalorie. Bevor es zu kompliziert wird, fassen wir die größten Faktoren kurz zusammen. Wer seine Energie für das Radfahren vor allem aus Fleisch zieht, erhöht die Emissionen pro Kilometer deutlich. Rindfleisch sorgt laut einer Studie aus dem Wissenschaftsmagazin Science für 52 Gramm Treibhausgase pro Kalorie. Bei einer pflanzenbasierten Ernährung aus Weizen, Roggen, Kartoffeln und Mais fällt nur je ein Gramm Treibhausgase an. Menschen mit hohem Fleischkonsum können ihren CO2-Fußabdruck deshalb durch den Umstieg vom konventionellen Fahrrad auf ein E-Bike sogar verbessern. Denn dadurch verbrennen sie während der Fahrt weniger Kalorien und müssten theoretisch auch weniger essen. Ob der Hunger in der Praxis tatsächlich weniger wird oder ob die Person die überschüssigen Kalorien anderweitig verwendet, lässt sich schwer sagen und schon gar nicht verallgemeinern. Wir konzentrieren uns hier deshalb nur auf die Kalorien, die während der Fahrt verbrannt werden.

3. Wie viel Kalorien werden während der Fahrt verbrannt?

Wie viele Kalorien wir beim Radfahren verbrennen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind die Länge der Strecke, die Steigung, die Geschwindigkeit und das eigene Körpergewicht. Klar ist: Wer weniger tritt, braucht weniger Energie. Zumindest gilt das für die Energie aus dem eigenen Körper. Stattdessen wird nämlich die Energie aus dem Akku des E-Bikes oder Pedelecs genommen. Nachdem die Stromerzeugung im Durchschnitt weniger Treibhausgase emittiert als die Produktion von Lebensmitteln (vor allem von tierischen), können Elektrofahrräder im Betrieb einen geringeren CO2-Fußabdruck als herkömmliche Fahrräder haben. Und das trotz der zusätzlichen Emissionen aus der Batterieherstellung und dem Stromverbrauch.

Sowohl das konventionelle Fahrrad als auch das E-Bike schneiden deutlich besser ab als jedes Auto und deshalb lautet die entscheidende Frage: Nutzen wir das Fahrrad oder E-Bike nur zusätzlich als Hobbygerät oder ersetzen wir damit das Auto?

4. Wie hoch ist das Potenzial damit ein Auto zu ersetzen?

Der Großteil von uns Menschen ist bequem. Je komfortabler das Radfahren wird, desto eher lassen wir das Auto stehen. Nur so können wir spürbar Emissionen einsparen, denn selbst ein Kleinwagen hat 2020 in Deutschland durchschnittlich 1.695 Kilogramm ausgestoßen, bei Fahrzeugen der Luxusklasse waren es sogar 2.595 Kilogramm.

Elektroautos schneiden zwar deutlich besser ab, aber liegen immer noch ein Vielfaches über dem CO2-Fußabdruck eines Fahrrads. Elektromotoren machen das Radfahren bequemer, denn wir müssen nicht schwitzen und jeder Ampelstart bereitet Freude. Auch in Sachen Bequemlichkeit haben E-Bikes und Pedelecs die Nase vorn. Und je eher uns ein Fahrrad vom Autofahren abhält, desto nachhaltiger ist es auch. Bleibt nur noch ein Problem, das auch E-Bikes bisher nicht lösen konnten: Was machen wir, wenn es regnet? Genau dafür haben wir bei Podbike das E-Bike FRIKAR entwickelt. Es hat vier Räder und bietet vollen Wetterschutz. Wir hoffen, dass durch unser E-Bike in Zukunft viele Autos ersetzt werden können. Hier steht mehr zu FRIKAR.

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